Chronischer Schmerz ist heilbar – Selbsterfahrung

Chronischer Schmerz ist heilbar – Selbsterfahrung 2016-10-27T17:21:38+00:00

Fitnesstraining, Dehnen, Stretching, Five, Bracht, Biokinematik, Schmerzbehandlung

Eigene Erfahrungen des Heilpraktikers Dirk Ohlsen
mit der Biokinematik als ehemaliger Schmerzpatient

Mein Interesse für die ganzheitlichen Aspekte der Heilkunde kommt nicht von ungefähr. In meinem Leben bin ich schon häufig mit schweren Erkrankungen konfrontiert worden, für die es keine schulmedizinische Lösung gab und ich somit gezwungen war, selbst kreativ zu werden. So wurde mir im Alter von 18 Jahren nach einer Infektion von einigen Professoren beispielsweise der Tod innerhalb von 24 Stunden prophezeit. Glücklicherweise trat dieser nicht ein und ich regenerierte mich innerhalb von Tagen vollkommen. Schon damals gab es den Wunsch in der Zukunft therapeutisch zu arbeiten – fast wäre es sogar ein Medizinstudium geworden. Näheres hierzu in dem Videobeitrag unter der Kontaktseite.

An dieser Stelle sollen meine eigenen Erfahrungen mit verschiedenen Rückenschmerzen (u.a. ein Bandscheibenvorfall) im Mittelpunkt stehen. Ich möchte meine eigenen Therapie-Irrwege aufzeigen, die am Ende dank des muskulären Therapiekonzeptes der Biokinematik zur vollständigen Gesundung führten. Aus der Praxis kenne ich viele ähnliche Erfahrungen meiner Patienten und es soll als Hilfestellung für Betroffene dienen, warum die neue, biokinematische Sichtweise erfolgsversprechend ist.

Besonders bemerkenswert könnte die Tatsache sein, dass ich von dieser schulmedizinischen Heilmethode der Biokinematik so überzeugt wurde, dass ich meine berufliche Bankkarriere hinter mir ließ und diese Therapie selbst vom Begründer Walter Packi erlernte. Das war der Stein, der meinen Wunsch endlich therapeutisch zu arbeiten, ins Rollen brachte. Insofern ist die hier geschilderte Rückenschmerz Episode auch durchaus schicksalshaft gewesen und ich bin dankbar für diesen Schicksalsweg.  

Der Großteil dieser Informationen wurde von mir bereits 2003 im Internet veröffentlicht und geht im Grundsatz auf Überlegungen des Arztes Walter Packi zurück. Hierbei handelte es sich um ein rein gemeinnütziges Engagement, um Betroffenen einen Weg zur Heilung aufzuzeigen. Diese Seite wurde bislang rund eine Million mal angeklickt und hat so mitgeholfen, bei zahlreichen Menschen Schmerzen zu lindern bzw. zu heilen. Das Therapiekonzept ist grundsätzlich bis ins hohe Lebensalter anwendbar, sofern das Verständnis und eine sportliche Motivation vorhanden sind.


Selbsterfahrung Bandscheibenvorfall und chronischer Rückenschmerz

Bereits seit Ende 2001 traten häufiger sporadische Rückenschmerzen auf, die ich nicht zuordnen konnte. Ich empfand diese Schmerzen jedoch nicht als starke Einschränkung und trieb weiterhin regelmässig Sport.

Die Schmerzen wurden allerdings geradezu unerträglich, als ich im März 2002 beim Skifahren abseits der Piste ca. 4m in die Tiefe fiel und mich mehrfach überschlug. Als nach einigen Tagen immer noch keine Besserung der Beschwerden eintrat, konsultierte ich einen Orthopäden, der mir nach einem unauffälligen Röntgenbefund zunächst einige Spritzen in den Rücken verabreichte und mir zusätzlich das Medikament „Voltaren“ verschrieb. In den darauffolgenden Wochen stellte sich jedoch entgegen dem Verlauf eines „normalen“ Hexenschusses keine Besserung ein. Die Schmerzen, die bislang nicht in den Oberschenkel ausstrahlten (alleiniges LWS-Syndrom), zogen nun bis in die rechte Wade, wo sie so stark waren, dass ich weder stehen noch liegen konnte. Im rechten Fuß zeigten sich zunehmend Kribbeln und Taubheitsgefühle, was von den Ärzten als ein Zeichen für eine Nervenwurzelschädigung interpretiert wurde. Sitzen war jedoch meist schmerzfrei und weitgehend symptomfrei möglich.

Während der orthopädischen Behandlung wurden mehrfach Spritzen in den Lendenwirbelsäulen-Periduralraum verabreicht, die keinerlei Linderung brachten. Aufgrund der beschriebenen Symptomatik veranlasste ein Orthopäde im Mai 2002 eine Kernspin-Aufnahme, auf der ein sehr starker, medialer Bandscheibenvorfall zwischen den Lendenwirbelkörpern (LWK 4/5) zu sehen war. Hier gab es Aussagen, wonach die Größe des Vorfalls sehr erheblichem und seltenem Ausmaßes sei.

Als Konsequenz dieser Diagnose wurde vorerst eine konservative Therapie mit 3 x wöchentlicher, klassischer Krankengymnastik empfohlen. Doch diese Maßnahme, verbunden mit Akupunktur, führte zu keinerlei Linderung. Parallel konsultierte ich Neurologen und andere Orthopäden, um das Ausmaß der Krankheit besser abschätzen zu können. Sie waren alle mehr oder weniger mit Ihrem Latein am Ende und bereiteten mich mental auf eine unumgängliche Operation vor. Aus ihrer Sicht handelte es sich um eine sehr schwerwiegende Rückenerkrankung! Jeglichen Leistungssport könnte ich – so die Aussage eines Professors für Neurologie in München – in Zukunft nie wieder ausüben und sogar beim Schuhe anziehen müsste ich mich zukünftig immer hinsetzen! Ich wurde sogar mit der Möglichkeit konfrontiert, dauerhaft im Rollstuhl sitzen zu müssen, wenn ich mich nicht operieren liesse.

Aufgrund meiner früheren Lebenserfahrungen mit anderen ernsthaften Erkrankungen konnten mich diese Aussagen nicht verängstigen und ich stieß auf der Suche nach Behandlungsalternativen neben vielen Therapieverfahren der konservativen orthopädischen Medizin (u.a. Dorn Therapie / Osteopathie / Rolfing) auch auf die medizinische Kräftigungstherapie (MKT, Kieser), die ich nach Rücksprache mit meinen Orthopäden als letzten „Rettungsanker“ zuletzt erprobte:

Die dort vertretende These, dass nur ein schwacher Rücken Schmerzen macht, war mir anfangs einleuchtend, aber aufgrund der sportlich relativ guten Fitness grundsätzlich fraglich. Im Rückenfitness-Studio angekommen, wurde ich von dem hauseigenen Orthopäden untersucht. Er war sehr zuversichtlich, dass ich nach Abschluss des Trainings wieder topfit und schmerzfrei sein würde. Meine Kraft in der wirbelsäulennahen, autochtonen Muskulatur erhöhte sich in Verlauf der insgesamt 18 Sitzungen um ca. 50-80 %, ohne jedoch eine Schmerzreduktion zu bewirken. Ganz im Gegenteil wurden die Schmerzen nur noch unerträglicher und an Schlaf war faktisch nicht mehr zu denken. Ich wurde dennoch darauf hingewiesen, dass die Rückenmuskulatur im Vergleich zu anderen Patienten noch immer zu schwach sei und ich weiter trainieren müsste. Zweifel kamen in mir hoch, umso mehr als ich von einer anderen Therapeutin erfuhr, dass erst ein einziger Patient in den letzten Jahren bei der Hauptübung noch mehr Gewicht nach hinten drücken konnte als ich (Größenordnung ca. 250 Kilogramm)! Auf meine Rückfrage beim dortigen Orthopäden wurde mir mitgeteilt, dass eine Operation wohl nun doch unausweichlich wäre. Aussagegemäß hatte er sich selbst diesbezüglich schon zweimal operieren lassen.

Jeder Betroffene sollte sich hierzu selbst eine Meinung bilden.

Grundsätzlich war ich als Privatpatient im Laufe der Monate bei den renommiertesten Rückenschmerzspezialisten des Großraums München – keiner konnte Linderung bewirken – vielleicht mit Ausnahme einiger extrem starker Schmerzmittel, was keine Dauerlösung sein konnte. Stehen war allenfalls noch eine Minute möglich, dann war der Schmerz so groß, dass ich mich entweder hinsetzen oder humpeln musste. Ich hatte lähmungsartige Erscheinungen bis in den Vorfuss und auch die Nervenleitgeschwindigkeit verringert. Insofern ein schulmedizinisch schon „ernster“ Fall. 

Mein Vertrauen war nach all den vergeblichen Versuchen erschüttert. Ich begab mich – trotz der Empfehlung von mittlerweile vier Orthopäden und zwei Neurologen für eine Operation – weiter auf die Suche nach einer Therapie, die ohne Bandscheiben-Operation zur vollständigen Genesung führen sollte. Heute weiß ich, dass meine Situation kein Einzelfall ist – und immer mehr Menschen suchen meine Praxis mit chronischen Schmerzen auf, weil Sie – selbst als Privatpatienten – die schulmedizinischen Behandlungsmethoden vollkommen ausgeschöpft haben.

Aus Gründen, für die ich sehr dankbar bin, kam ich nach einigen Monaten des „Leidens“ durch das Internet in ein Bandscheiben-Forum (Lumed). Hier beschrieb ein Teilnehmer die Schmerztherapie des Freiburger Arztes Walter Packi, die ich sehr interessant und logisch fand. Nach einigen Rückfragen und stöbern im Forum, beschloss ich vor einer Operation (Alpha Klinik, Kostenvoranschlag EUR 11.000) einen Besuch bei seinem Institut für Biokinematik in Freiburg zu wagen, da ich durch meine Erfahrungen und Bücherstudien erhebliche Zweifel an der Stimmigkeit der bisher zugrunde gelegten medizinischen Theorie hatte.


Praxis-Klinik für Biokinematik, Juli 2002

(Vier Monate nach Beginn der Schmerzen):

Nach meiner Ankunft am Montagmorgen erfolgte eine einstündige Behandlung durch Walter Packi, die sich insbesondere auf die Anamnese vergangener Unfälle (beispielsweise Bänderrisse) und die genaue Schmerzlokalisation bezog. Hinzu kam die Betastung (Palpation) von verschiedenen Punkten, die teilweise sehr schmerzhaft auf Druck reagierten. Anschließend bekam ich symmetrisch ca. 10 Spritzen mit einem Betäubungsmittel (Scandicain 1 %) zur Reflexauslösung und Entkrampfung in die entsprechenden Muskeln. Der in meinem Fall wichtigste Muskel Iliopsoas konnte von Herrn Packi anatomisch leider nicht erreicht werden. Grund hierfür war die über Monate in der Krankengymnastik und bei Kieser auftrainierte Bauchmuskulatur. Diese führte zu einer starken Abwehrspannung, sobald man versuchte diesen Muskel, der durch den Skiunfall in eine Art „Krampfzustand“ verfallen war, palpatorisch durch die Bauchdecke zu erreichen. Mir wurde erklärt, dass ich selbst in den nächsten Tagen diesen Muskel durch geeignete Übungen umtrainieren müsste. Diese Übungen erlernte ich in der anschliessenden Physiotherapiestunde, die einmal täglich stattfand.

In den nächsten Tagen trainierte ich relativ ehrgeizig im Stundenrhythmus insgesamt sechs Übungen, die auf dieser Webseite unter Übungen gezeigt werden. Immer wenn zusätzlich Zeit war, begab ich mich zu einem eigens präparierten Baumstamm, um mich nach hinten ins Hohlkreuz (leider auch in den Maximalschmerz) hinein überzulegen. Aus dieser Position wurde dann gegen den Widerstand einer Physio-Therapeutin die Muskelkette angespannt und Gegendruck ausgeübt.

Diese Übung empfand ich als äußerst schmerzhaft, aber auch äußerst effektiv, weil ich merkte, wie sich mm-weise die vordere Bauchmuskulatur durch die Überreizung ihrer Spannungsrezeptoren lockerte. Bereits am zweiten Tag verschlimmerten sich meine Beschwerden enorm und am dritten Tag waren sie fast unerträglich. Auf meine Besorgnis hin wurde mir erklärt, dass diese Erstverschlimmerung ein gewünschter Effekt ist, der auf den Umbau der Muskulatur und das Ansprechen auf die Therapie schließen lässt. Obwohl ich skeptisch war, vertraute ich auf die Erfahrungen der Therapeuten und übte fleißig weiter. Nach nur fünf Tagen waren die Schmerzen fast komplett verschwunden. Im nachhinein wurde mir klar, dass aufgrund der Klinikathmospäre eine maximale Trainingsintensität absichtlich gewollt war. In meiner Praxis gehe ich ambulant heute sanfter vor, was etwas längere Genesungszeiten nach sich ziehen kann – aber emotional nicht so belastend ist.

Die Anstrengung hatte sich damals für mich gelohnt! Ich war zwei Wochen später komplett schmerzfrei und entsprechend gut gelaunt. War mir doch eine Operation mit ungewissem Ausgang erspart geblieben. Sport war uneingeschränkt wieder möglich. Seit dieser Zeit in 2002 bin ich Stand 2015 seit über 12 Jahren absolut schmerzfrei. 


Der Rückschlag durch klassische Krankengymnastik

Nachdem ich von der Selbstregulation des Körpers durch die Packi-Therapie begeistert wurde, war ich fest entschlossen , meinen schmerzfreien Körper beweglicher zu trainieren. Deshalb beschloss ich, die Hilfe einer Krankengymnastin in Anspruch zu nehmen, die auf manuelle Therapie spezialisiert war.

Dies war ein großer Fehler, den ich sehr bereuen sollte!

In einer nur 45 min. Sitzung machte die Krankengymnastin mit mir 1-2 Übungen, die für meine gerade erst neu umtrainierte Bauch- und Hüftbeugemuskulatur absolutes Gift waren. Ich sollte beispielsweise im Sitzen den Muskel Iliopsoas anspannen, um das Gesäß nach hinten zu drücken und ein leichtes Hohlkreuz erzeugen (Entenbürzel). Zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht, dass dies ein Training in der maximalen Verkürzung eines Muskels war. Somit der Gegensatz zu den Packi-Übungen, die in der maximalen Amplitude eines Muskels eine Anspannung bewirken. Verbunden mit Dehnübungen war das Ergebnis ein rechtsseitiger Krampf, der am nächsten Tag dazu führte, dass ich einen großen Beckenschiefstand mit optisch unterschiedlich langen Beinen hatte und quasi bewegungsunfähig war. Extremste Schmerzen wie ich sie noch niemals hatte!

Leider konnte ich arbeitsbedingt nicht sofort nach Freiburg zu Walter Packi fahren und musste die Schmerzen drei Wochen aushalten. Selbst konnte ich mir zum damaligen Zeitpunkt nicht helfen, da der Versuch von Übungen aufgrund der Schmerzen fehlschlug. Heute weiß ich, dass ich es geschafft hätte, wenn die Angst vor dem Schmerz nicht so groß gewesen wäre. Auch ein Besuch beim Orthopäden, der mir zumindest ein wenig Lockerung verschaffen sollte, schlug fehl. Er spritze mir kristallines Cortison, von dem mir Walter Packi später berichtete, dass mein Körper einige Wochen benötigen würde, um den hierdurch verursachten Schaden wieder zu reparieren.

Ich beschloss deshalb, erneut nach Freiburg zu fahren. Aufgrund zwischenzeitlicher Medienberichte über diese Behandlungsform war es dort im November 2002 sehr voll und ich konnte leider nur zwei Tage bleiben. Bei meinem Termin mit Walter Packi erfuhr ich, dass Rückschläge wie meiner nicht selten seien, meist in Verbindung mit nochmaliger, klassischer Krankengymnastik. Ich war zwar schmerzfrei entlassen worden, aber noch nicht beweglich genug gewesen, um einer Falschmanipulation von Außen (durch Krankengymnastik) standzuhalten. Durch eine recht schmerzhafte Übung wurden mir die Schmerzen zum Grossteil wieder genommen und ich erlangte einen Teil meiner Beweglichkeit zurück. Da ich jedoch durch die konventionelle Physiotherapeutin richtig ins Aus geschossen war, dauerte die anschließende Heilung mehrere Wochen, in denen ich die Zusammenhänge zwischen Schmerz und Muskeln sehr gut herausarbeiten und verifizieren konnte. Bei meinen Übungen erhielt ich von einem Münchner Rolfing-Therapeuten Unterstützung, der die Thesen Walter Packis kannte und dem ich aufgrund seiner langen Therapieerfahrung an Muskeln und Faszien vertraute. Wir konnten so gemeinsam das Ursache- / Wirkungsprinzip zumindest meiner Schmerzproblematik verstehen.

Alles im Leben ist doch für irgendetwas gut !!!

Inwieweit die Cortisonspritzen des Orthopäden den Heilungsprozess verzögerten, kann ich nicht beurteilen. Die erwähnten Schäden sollten jedoch eine Mahnung für jeden Betroffenen und Therapeuten sein.

In meinem Fall wäre der rund dreimonatige Gesundungsprozess sehr stark verkürzt worden, wenn ich die Packi-Übungen noch konsequenter und bewußter durchgeführt hätte. Sicherlich ist jeder Körper individuell, von mir kann ich jedoch sagen, dass erst die absolute Überreizung der Muskelrezeptoren – verbunden mit großem, kurzzeitigem Schmerz – den Durchbruch gebracht hat. Es dauerte dann nur ein paar Tage, bis die Taubheitsgefühle in den Zehen und die Schmerzen vergingen. Wesentlich war hierbei der Muskel Iliacus, den ich gegenüber dem Muskel Psoas aufgrund einer leichten Übungsmodifikation nicht richtig beweglich und funktionsgerecht umtrainiert hatte. Mit meinem heutigen Wissen und Körperbewusstsein wäre ich vermutlich in wenigen Tagen gesund geworden.

Schmerzen treten heute bei mir nur noch maximal als normaler, kurzzeitiger Muskelkater auf und die Leistungsfähigkeit meiner Muskulatur ist wie niemals zuvor. Es versteht sich von selbst, dass ich beim Sport nun natürliche Bewegungsabläufe bevorzuge und kein Fitnessstudio mehr besuchen werde. Sport ist wieder uneingeschränkt schmerzfrei möglich. Meine Kernspin Verlaufskontrolle nach rund drei Monaten zeigte, dass der Bandscheibenvorfall wieder komplett verschwunden ist. Dies ist ein Ergebnis der neuen Beweglichkeit, die es der Bandscheibe ermöglicht, ihre zugewiesene natürliche Position wieder einzunehmen. Die Selbstheilung sorgte für den Rest. Obwohl für viele sicher beeindruckend, ist dies ist aber nur ein Nebeneffekt, da der Zusammenhang zwischen Schmerz und Bandscheibe nicht kausal gegeben ist! Im Prinzip ist die Bandscheibe bei den Schmerzen unbeteiligt. Eine Vorwölbung oder ein Vorfall verweist in erster Linie auf eine hohe Zugspannung durch einen verkürzten Muskel und ist das Ende der Verursachungskette.

Eine interessante Studie hierzu findet sich in einem Artikel des New England Journal of Medicine. Es gibt keinen nachweisbaren Zusammenhang zwischen einer (radiologisch sichtbaren) Bandscheibenverletzung und chronischem (Rücken-)Schmerz, obwohl es in den Medien und Fachbüchern leider immer so dargestellt wird.

Therapeutisch bedeutsam erscheint mir, dass die mir gegenüber getroffene Aussage „Der Schmerz ist nicht am verursachenden Muskel, sondern an dessen Gegenspielergruppe“ von Walter Packi bei mir absolut richtig war – dieser Gedanke war damals noch sehr revolutionär in der Medizinwissenschaft und ist bis heute wohl immer noch unzureichend in die Lehre eingegangen!

An diesem Wissen möchte ich nun andere Betroffene gerne teilhaben lassen und aktiv Hilfe anbieten. Deshalb lies ich im Jahr 2003 eine erfolgreiche Bankkarriere hinter mir und stelle die durch diese Erfahrung gewonnenen Erkenntnisse nun als Heilpraktiker anderen Menschen in meiner Praxis für ganzheitliche Heilkunde gerne zur Verfügung. Walter Packi bin ich sehr dankbar für alles, was er mich gelehrt oder woran er mich erinnert hat. Das Gleiche gilt für meine Patienten, durch die ich lernen und Erfahrung sammeln durfte.


Was die immer wieder postulierte Belastung (Druck) auf die Bandscheiben anbelangt:

Auf die Bandscheibe kann entgegen vielfacher Aussagen der Medizinwissenschaft kein nennenswerter Druck wirken. Auch wenn Studien das angeblich belegen – eine einfache Frage: Welcher lebendige Mensch lässt sich einen Druckmessfühler in die Wirbelsäule „einbauen“, wenn danach die Bandscheibe kaputt ist und er geschädigt ist für den Rest seines Lebens? Vor dem Hintergrund vieler gefälschter Medizinstudien würde ich das gerne von einem Expertenkomitee überprüft haben. Meines Wissens ist das bislang noch nicht geschehen – dafür wurden derartige, „angebliche“ Messungen aber in die Rückenschule integriert und führen zu aus unserer Sicht teilweise falschen Empfehlungen für den Alltag und die Nutzung des Körpers beim Bewegen. Die Bandscheiben sind auch kein Stoßdämpfer.

Basierend auf dem Konzept der Tensegrity, dass u.a. von einem Herrn Buckmister Fuller entwickelt wurde und in der Architektur bekannt ist, sind Wirbelsäulenmodelle erstellt worden (siehe Foto).

In diesen Modellen wird klar ersichtlich, dass die muskulären Zugkräfte unter Einwirkung der (wichtigen) Schwerkraft die Wirbelsäule so stabilisieren, dass an der Stelle, wo die Bandscheiben wären (dazwischen) sich nur Luft befindet. Das System stabilisiert sich selbst und ist selbsttragend / schwebend – auch ohne Bandscheibe. Diese Modelle wurden beispielsweise auch schon in Schülerarbeiten der 8. Klasse angefertigt – man muss sich fragen, warum derartiges Wissen noch keinen wirklichen Eingang in die Orthopädielehre gefunden hat. Ein Bild sagt mehr als Worte.

Die menschliche Wirbelsäule ist als lebendiges System noch wesentlich perfekter aufgebaut.

In der Osteopathie Lehre wird dieses Konzept langsam integriert und ermöglicht ein tieferes Verständnis, dass der menschliche Körper weitaus bessere Techniken verwendet, als ihm bislang beispielsweise von Ingenieuren zugebilligt wurde. Es ist ein wahres Meisterwerk der Natur und arbeitet im gesunden Menschen weitgehend ohne Reibungsverluste oder energieraubende Fehlkräfte. In Bezug auf die Biokinematik werden Fehlbelastungen gesucht und auf ein biologisches Normalmaß korrigiert.

 


Etwas ist mir an dieser Stelle noch besonders wichtig:

Es handelt sich bei den Ausführungen um persönliche Erfahrungen, die ich durch die eigene Schmerzerkrankung und die Therapie vieler Patienten mit der Behandlungsmethode der Biokinematik gewonnen habe. Selbst heute, 13 Jahre nach meinem eigenen Erlebnis, könnte dieser therapeutische Leidensweg auf eine Vielzahl meiner Patienten zutreffen. Aus meiner Sicht leiden immer noch zu viele Menschen unter sehr therapieresistenten Schmerzen. Und die Biokinematik hat bewiesen, dass sie vielfach selbst bei extremen Schmerzproblemen eine wirklich gute Alternative zu Operationen oder Medikamenten ist. Hierbei gilt der Grundsatz, dass mir eine persönliche Kritik an einzelnen Ärzten, Physiotherapeuten oder Krankengymnasten absolut fern liegt – es geht um eine Verbesserung der Schmerztherapie in der Zukunft.

Therapeuten können im Prinzip nichts dafür, dass die bisherigen Erklärungsmodelle zum Thema Schmerz unzureichend sind und deshalb eine Vielzahl von Schmerzbehandlungen allenfalls Linderung, aber keine langfristige Heilung bringen. Dies zeigt ein Blick in Medizinstatistiken und ist die Erfahrung aus meiner täglichen Praxis, wobei immer auch der Grundsatz gilt: „Wer heilt, hat Recht“. Ich freue mich über jeden Menschen, der wieder gesund wurde – grundsätzlich egal mit welcher Methode.

Ich wende mich daher insbesondere an die Menschen, die all die anderen Behandlungsverfahren bereits erfolglos ausprobiert haben oder eine Operation vermeiden wollen, falls sie die Hoffnung auf Schmerzfreiheit noch nicht aufgegeben haben. Wenn Rückenschmerzen um 3-5 % pro Jahr zunehmen, müssen eine Fehlallokation von Resourcen und verbesserungswürdige Therapiemodelle vorliegen. Sofern auf diese Weise Operationen vermieden werden können, die den Körper schädigen, dann hat sich dieses soziale Engagement gelohnt. Sofern darüber hinaus im Sinne einer Prophylaxe die Schmerzprobleme gar nicht erst in dem Ausmaß entstehen würden, wäre der Gesellschaft vermutlich sehr geholfen.

Das Therapiekonzept ist grundsätzlich bei chronischen Schmerzbildern in allen Körperbereichen geeignet und nicht auf Rückenschmerzen begrenzt. Hier sind es dann letztlich andere Muskelstrukturen, die analysiert und wieder in Funktion gebracht werden müssen. Auf der Startseite wurde eine Liste mit häufigen Krankheitsbildern bereitgestellt.

Weiteres gerne auf persönliche Anfrage.

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